Kirchenführungen finden in der Maria-Magdalena-Kirche in Freiburg/Rieselfeld öfters statt.
Die ungewöhnliche Architektur des Kirchengebäudes bietet genug Gesprächsstoff.
Am 28.07.2026 gab es die Premiere einer inklusiven Kirchenführung.
Wenn Kirchenführung zum Kirchenerlebnis wird
Sehbehinderte/blinde und sehende Menschen erkunden die Maria-Magdalena-Kirche
Mit 38 Grad ist es an dem Nachmittag eigentlich viel zu heiß, um unterwegs zu sein, aber eine Gruppe von Menschen steuert auf die ökumenische Maria-Magdalena-Kirche zu. Sie sind mit und ohne Blindenstöcke unterwegs. Es sind Teilnehmer*innen der Veranstaltung Brunnenzeit des Referats Inklusion – Generationen der Erzdiözese Freiburg. Sie verbringen in der letzten Juliwoche 2026 abwechslungsreiche spirituelle Tage unter der Leitung von Gerlinde Gregori im Kloster St. Lioba in Freiburg/Günterstal.
Wie wird eine Kirche für Menschen, die sehbehindert oder blind sind, erfahrbar?
Diese Frage stellten sich Barbara Schatz (Pastoralreferentin in St. Michael, Freiburg/Haslach) und Catharina Müller (Bildungsreferentin für Inklusion, Erzdiözese Freiburg) in der Vorbereitung der inklusiven Führung. Noch während der Überlegungen wurde diese Frage abgelöst von:
Wie passen all die spannenden, wahrnehmbaren Elemente der Kirche zeitlich gut in eine Führung?
Diese Frage stellten sich Barbara Schatz (Pastoralreferentin in St. Michael, Freiburg/Haslach) und Catharina Müller (Bildungsreferentin für Inklusion, Erzdiözese Freiburg) in der Vorbereitung der inklusiven Führung. Noch während der Überlegungen wurde diese Frage abgelöst von:
Wie passen all die spannenden, wahrnehmbaren Elemente der Kirche zeitlich gut in eine Führung?
Mit den Teilnehmer*innen wird die Kirche zunächst von außen umrundet. Dann geht es durch eine der drei Türen ins Innere. Dabei bieten sich überall Tastmöglichkeiten an: schräge Betonwände, der Grundriss der Kirche als Grundstein eingelassen ins Kirchengemäuer oder das Labyrinth und der Schriftzug im Eingangsbereich. Im großen ökumenischen Kirchenraum ziehen sich mache Teilnehmer*innen in die Gebetsnische zurück, andere steigen auf eine der Emporen hoch oder hinab in das große Taufbecken. Dass der evangelische und katholische Kirchenteil durch massive Betonwände räumlich voneinander getrennt werden könnte – auch das ist erfahrbar. So kann die mit Holz verschlossenen Fahrrillen der Wände mit dem Blindenstock abgelaufen werden. Bei all dem taktil Erlebbaren beschreiben Barbara Schatz und Catharina Müller verbal die architektonischen Besonderheiten.
Eine Teilnehmerin berichtet offen von ihrer anfänglichen Skepsis: „Beim Betreten der Kirche habe ich mich richtig verloren gefühlt. Mir hat die klare Anordnung, wie es sie in anderen Kirchen gibt, gefehlt: der Mittelgang mit den Kirchenbänken rechts und links und vorne der Altarraum. Aber mit den Beschreibungen und Erklärungen bekam ich mehr und mehr Orientierung im Raum.“ Und wie klingt dieser Raum? Die Akustik und Weite wird durch Klarinettenmusik erfahrbar. „Das war im Grunde gar keine Kirchenführung.“, bilanziert Gerlinde Gregori am Ende der 90 Minuten. „Das hier war ein Kirchenerlebnis.“
Sie sind neugierig geworden? Dann erkunden auch Sie die Maria-Magdalena-Kirche.
Ein Tastmodell des Kirchengebäudes finden Sie im katholischen Teil links bei der Gebetsecke mit den Kerzen.
Ein Tastmodell des Kirchengebäudes finden Sie im katholischen Teil links bei der Gebetsecke mit den Kerzen.
Und könnten in Ihrer Kirche ebenfalls inklusive Führungen angeboten werden?
