Baugeschichte des Erzb. Ordinariates
Das Treppenhaus
Zentraler Blickfang des Ordinariates ist das reich geschmückte Treppenhaus, das bis ins dritte Obergeschoss reicht. Dabei wird der Bau von unten nach oben immer heller und weiter. Ins Auge sticht vor allem die bunte und theologisch durchdachte Ikonographie des Freiburgers Franz Schilling (1879-1964). Während im unteren Teil keltisch anmutende Ornamente mit romanischen, byzantinischen und ägyptischen Einflüssen vorherrschen, ist der obere Teil mit einer Vielzahl von Figuren versehen. An der Aussenwand ist Jesus Christus als Weltenherrscher dargestellt, ihm gegenüber der Heilige Geist, Maria, Petrus und Paulus. Hinzu kommen die vier Evangelisten sowie die freie Künste (eigentlich sieben, der Maler erweiterte sie aber auf neun).
Der große Sitzungssaal
Im großen Sitzungssaal im Obergeschoss tagt einmal in der Woche die Kurienkonferenz (Erzbischof, Generalvikar, alle Hauptabteilungsleiter und der Offizial) – das Exekutivgremium der Erzdiözese. Auch dieser Raum ist reich ausgeschmückt und wird vom halbrunden Sitzungstisch mit seinen dreizehn Stühlen (12+1, analog zum Abendmahl) dominiert. Zwischen den beiden Eingangstüren befindet sich ein Kamin, der jedoch ohne Funktion ist. An den Wänden sind die sieben Sakramente und die vier Kardinaltugenden dargestellt, an der Decke die Wappen der Konstanzer Bischöfe von Gebhard I (gest. 875) bis Karl Theodor von Dalberg (Amtszeit 1799-1817). An den Wänden unterhalb der Decke finden sich die Wappen der Freiburger Erzbischöfe von Bernhard Boll bis zum amtierenden Erzbischof.
Thomas-Nörber-Saal
Thomas Nörber war der siebte Erzbischof von Freiburg und amtierte von 1898 bis 1920. In seiner Amtszeit wurde das Ordinariat errichtet, dessen Bau er selbst mit großem Engagement vorantrieb. Der nach ihm benannte Raum im Erdgeschoss an der Südostseite des Ordinariatsgebäudes zur Konviktstraße war zur „Aufbewahrung kirchlicher Altertümer“ vorgesehen und beherbergte zahlreiche hochrangige Werke der mittelalterlichen und barocken oberrheinischen Kunst. Der Raum wurde jedoch nie zu einer Art „Diözesanmuseum“ – 1932 fanden die Exponate im Augustinermuseum einen würdigen Platz und der Raum diente nach der Bombardierung Freiburgs am 27. November 1944 zuerst als Hauskapelle und ab 1954 als Lagerraum. Erst 2006 wurde er wieder leergeräumt und ist seitdem Besprechungsraum. Durch die Nutzungsänderung kommen auch der farbige Bilderreichtum – ähnlich dem Treppenhaus - mit Christus, Maria, Engeln, dem Evangelisten Lukas und einem ganzen Universum an Fabelwesen an der Decke besser zum Ausdruck.





